Marquardt - Natur und Geschichte Marquardt ist ein altes märkisches Dorf in idyllischer Lage zwischen Wublitz, Schlänitzsee und Sacrow- Paretzer Kanal. Der Ursprung eines altwendischen Fischerkiezes am Ufer des Schlänitzsees lässt sich anhand archäologischer Funde bis in das 9. Jahrhundert zurückverfolgen.Seit der Ersterwähnung von Skoryn, später Schorin. im Jahre 1313 ist die Besitzfolge eines ehemaligen Guts- und Herrensitzes lückenlos belegt. Den Ortsnahme Marquardt gibt es erst seit 1704, als der einflussreiche Schlosshauptmann und Direktor des Lehnswesen Marquardt Ludwig von Printzen den Gutsbesitz Schorin zum Leben erhielt. König Friedrich I. gestattete  dem späteren Minister und Oberhofmarschall, das Dorf nach seinem Vornamen umzubenennen. Historische Bedeutung erlangte der Ort 1795, als der General und enge Vertraue des Königs Friedrich Wilhelm II., Hans Rudolpf von Bischhoffwerder, Marquardt als Ruhesitz erhalten hat. Der König kam nicht nur als Mitglied des Rosenkreuzer- Geheimbundes, um hier an den spiritistischen Sitzungen in der so genannten “ Blauen Grotte ” teilzunehmen. Theodor Fontane widmete Marquardt und den Geheimen Gesellschaften in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ausführliche Kapitel. Der Schlosspark von Marquardt, der heute unter Denkmalschutz steht, wurde nach einer eigenhändigen Planskizze von Peter Joseph Lenné im Jahre 1823 gestaltet. 1892 erwarb der Geheime Komerzienrat Dr. Louis Ravené, ein bekannter Stahl- Handelsunternehmer aus Berlin, den Gutsbesitz. Durch Anbau und Aufstockung erhielt das Schloss im Wesentlichen sein heutiges Aussehen. Von 1932 an pachtete das renommierte Hotelunternehmen Kempinski das Schloss- Park- Emsemble Marquardt, welches in der Folgezeit zu einem beliebten Ausflugsziel vor allem für die Berliner wurde. Der ursprüngliche Siedlungscharakter des Gutsdorfes Schorin bzw. Marquardt änderte sich erst nach 1970, mit zunehmender Bedeutung als Wohnort inmitten des Havelländischen Obstanbaugebietes. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich und hatte im Jahr 2002 die 1000 überschritten. Marquardt ist heute ein Ortsteil von Potsdam mit einer modernen Infrastruktur. Die unmittelbare Verkehrsanbindung an die Bundesstraße 273 und an den Berliner Ring der Bundesautobahn A 10 sowie ein regelmäßiger Bahn-und Busverkehr gewährleisten eine schnelle Erreichbarkeit der Stadtzentren von Potsdam und Berlin. Andererseits war und ist Marquardt ein beliebtes Ausflugsziel für die Berliner und Potsdamer sowie für alle Besucher die hier noch ein havelländisches Landschaftsidyll vorfinden können. Vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bieten der Kultur- und Heimatsverein, der Anglerverein, die Freiwillige Feuerwehr, ein Chor, eine Band und verschiedene Sportgruppen.Seit 2008 hat Marquardt ein weiteres kulturelles Idyll , die Kulturscheune. Am 25. April 2008 wurde sie von der Stadt Potsdam feierlich an den Kultur- und Heimat- verein Wublitztal e.V. übergeben, der Betreiber der Scheune ist.                       Dr. Wolfgang Grittner    Ortschronist             Die Kulturscheune von Marquardt Sie ist ein Schmuckstück- außen wie innen, die neue Kulturscheune Marquardt. Man sieht ihr heute weder das ursprüngliche Alter noch ihre jüngere Entstehungsgeschichte an. Denn,was wie ein Bauwerk aus einen Guss wirkt, konnte erst auf Umwegen und nach mehreren Anläufen geschaffen werden. Eine Scheune gab es an diesem Standort im Zentrum von Marquardt schon im 19. Jahrhundert. Damals gehörte sie zum Rittergut und diente der Heu- und Strohlagerung. Auch als der Gutsbetrieb im Jahre 1928 aufgelöst wurde,erfüllte die Scheune ihren Zweck als Gemeindescheune weiter. 1939 durch Brandstiftung stark beschädigt, konnte sie aus Mitteln der Feuerversicherung wieder aufgebaut werden. In ihrer schlichten Fachwerkbauweise war die Scheune immer auch ein ansehnlicher Blickfang in der Dorfmitte unweit der Zufahrt zum Schlosspark. Nach dem zweiten Weltkrieg ist weiter Heu und Stroh eingelagert worden bis zum Auslaufen der Tierhaltung und einer stärkeren Hinwendung zum Obstanbau im Havelland jetzt war aus der Scheune ein Obstlager geworden. Nach 1991 diente das Gebäude als Unterstellraum für Transporttechnik der Gemeinde. Seit dieser Zeit standen  der große Raum und auch der Vorplatz für die Durchführung von Veranstaltungen der örtlichen Vereine und für das jährliche Dorffest zur Verfügung. Nach der Eingemeindung von Marquardt zur Landeshauptstadt Potsdam und der Bewilligung von Fördermitteln der ländlichen Entwicklung konnten die Umbauarbeiten an der Scheune beginnen. Als sich nach einer bereits erfolgten Dachsanierung herausstellte,dass der alte Dachstuhl nicht mehr tragfähig war begann der grundlegende Umbau der Scheune. Nur wenige originale Stützbalken sind als Zeugen der Vergangenheit übrig geblieben. Sie zieren heute den in allen Belangen modernen und variabel gestaltbaren Innenraum, der etwa 120 Personen Platz bietet. Am 25. April 2008 war die feierliche Übergabe der Kulturscheune an den künftigen Träger, den Kultur- und Heimatverein Wublitztal e.V. Zur Gewährleistung einer möglichst  lückenlosen Auslastung der Kulturscheune ist ein Veranstaltungsmanagement geplant. Lange genug haben die Dorfbewohner und Vereine darauf gewartet, ihre Kulturscheune in Besitz nehmen zu können. Große Erwartungen wurden bei den Bürgern von Marquardt  geweckt. Das attraktive und vielseitig nutzbare Gebäude mit Leben zufüllen,fördert die Dorfgemeinschaft in einem Ortsteil der Landeshauptstadt Potsdam. Vorgesehen sind Veranstaltungen der ortsansässigen Vereine,neben dem Kultur- und Heimatverein der Anglerverein und die Freiwillige Feuerwehr, aber auch die Schule und die Kita sowie deren Fördervereine. Musikveranstaltungen, Vorträge, Seniorennachmittag sowie Ausstellungen, Sport- und Fitnesskurse und ein Scheunenmarkt mit einheimischen Produkten sieht das Konzept u.a. vor. Ein bunter Veranstaltungskalender kündet von den kulturellen Höhepunkten des Jahres 2009. Geplant sind auch Möglichkeiten zur privaten Nutzung für Familienfeiern,Betriebsjubiläen und für zünftige Dorfhochzeiten. In Ermanglung ähnlich großer Kultur- und Gesellschaftsräumen beteiligen sich auch die benachbarten Ortsteil Uetz. Paaren und Satzkorn an einer Nutzung der Marquardter Kulturscheune. Dr. Wolfgang Grittner     Ortschronist
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